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The American Recording

Ist es eigentlich in Ordnung, wenn der Labelbetreiber hier in seinem Namen über das neue Album der Band TALKING TO TURTLES schreibt oder hinterlässt das irgendwie so was wie ein „Geschmäckle“? Eigentlich ja recht egal, da es Dinge im Leben gibt, die man sich einfach nicht nehmen lassen möchte. Gleiches galt zum Beispiel dafür, eines Tages mal mit einer meiner Bands ein Album in meiner Lieblingsstadt Seattle aufzunehmen. Dieser Traum kann nun als abgehakt betrachtet werden, denn dem euch nun vorliegenden Werk ist genau das angedeiht worden. 

„The American Recording“ - was hier als Überschrift fungiert, war sogar mein Vorschlag für den Albumtitel, da ich ihn geradezu genial finde, denn er trifft wunderbar die musikalischen Vorlieben, trifft den Kern und ist natürlich auch mit einem zwinkernden Auge gemeint. Wer den Titel nicht mag, kann froh sein, dass sich die Turtles dagegen ausgesprochen haben, da sie die Tatsache, dass das Album in den USA entstanden ist, nicht übermäßig in den Vordergrund stellen wollten, was ich hiermit ja quasi doch indirekt tue...

„Oh, The Good Life“ heißt das zweite Album der TALKING TO TURTLES nun und das steht zum einen unironisch im Raum, da es hoffentlich immer schöne Zeiten im Leben gibt. Dass auf diese aber meist weniger schöne folgen, können die meisten sicher bestätigen und genau dafür steht exemplarisch das Cover– Interpretationsspielraum durchaus vorhanden!

Aufgenommen wurden die 10 Songs übrigens in Seattle (!) von Jonathan Warman, der als aufkommendes Juwel der dortigen Produzentengilde gilt. Teile des Albums sind im legendären Avast!-Studio entstanden, wo Bands wie Soundgarden, Death Cab For Cutie, The Shins und Band Of Horses ihre tollen Alben aufnahmen – ein bisschen Namedropping muss erlaubt sein, oder? Andere Teile sind mit Hilfe von ein paar Bekannten dann einfach im Loft von Warman aufgenommen. Gemischt hat das Ganze dann ein alter Bekannter von mir, der auf den Namen Eric Corson hört und Bassist der sehr geschätzten The Long Winters ist. Das finale Mastering erfolgte dann durch Doug van Sloun (Bright Eyes, The Faint, Cursive, Azure Ray) in Omaha, Nebraska.

So, genug mit den USA, denn natürlich sind TALKING TO TURTLES noch immer TALKING TO TURTLES und so mutet „Oh, The Good Life“ genauso schön und schräg an wie das Debüt „Monologue“, das ja im Januar letzten Jahres das Licht der Welt erblickte. Wieder sind es 10 Songs, aber dem einen oder anderen wird schon auffallen, dass die Bandbreite eine größere geworden ist. Vielleicht ja nächstes Mal wieder nach Seattle?

Damit es hier nicht zu einem „Monolog“ verkommt, bat ich Claudia & Florian, die Turtles also, ein paar Worte aus ihrer Sicht beizutragen – hier sind sie:

„Die nächste Platte nehmen wir in Seattle auf!“ Was haben wir gelacht, als uns unser Label-Freund Jörg Tresp diesen Plan vor die Füße warf. Ein bisschen über seinen Größenwahn, ein bisschen über uns selbst, mit der Vorstellung von uns da drüben im Kopf. Das war im September 2010.

Ein halbes Jahr später sitzen wir doch tatsächlich in Seattle, mit einem Produzenten namens Jonathan Warman, in einem beeindruckenden Studio namens Avast!, um die ersten Spuren unseres zweitens Albums „Oh, The Good Life“ aufzunehmen. Alles ok soweit, bis wir, nichts ahnend, dem zurückhaltenden Studiobesitzer Steward die Namen der Bands aus der Nase ziehen, die hier ein und aus gingen. Die Latte hängt zu hoch denken wir uns. Hätten wir es ausgesprochen, Jonathan hätte wohl geantwortet: „Welche Latte?“ Irgendwie angenehm.

Als wir das Studio verlassen, sind wir fast erleichtert. Weil die ersten Spuren verheißen: Die Idee, diesmal einen Bandsound zu produzieren, funktioniert. Und, weil es für den Rest der Aufnahmen in vertrautere Produktionsgefilde geht. Eine Wohnung. Im Apartment unseres Produzenten probierten wir uns wieder aus. Ein bisschen wie bei unserem Album „Monologue“ (2010). Nur diesmal mit ein paar verzerrten Gitarren und Dielen, die knarren. Hin und wieder besuchen uns die Nachbarn, bringen Bier mit und fragen: „How is it going, Germans?“ Es lief gut!

Am Ende begrüßten wir Gastmusiker aus Jonathans Freundeskreis, die scheinbar jedes Instrument spielen können, aus dem wir keinen Ton heraus bekämen: Cello, Kontrabass, Querflöte, Horn, Banjo, unglaublich! Sie konnten jede Idee so schnell und gefühlvoll umsetzen, als hätten sie unsere neuen Songs schon tausendmal gehört. Hoffen wir das Beste! Zumindest für uns war fast alles neu.


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